Tipps für Aussteller


Die Veröffentlichung erfolgte mit Genehmigung des VDH Landesverbandes Franken-Oberpfalz e. V. und der Autorin Angelika Schön.


Tipps und Tricks für (Erst)Aussteller

Sie waren noch nie auf einer Hunde-Ausstellung und sind dementsprechend ratlos?
Keine Sorge, das Ausstellen ist im Prinzip ganz einfach und es macht auch noch Spaß.

Wir haben Ihnen die wichtigsten Zutaten für eine gelungene Präsentation Ihres vierbeinigen Freundes zusammengestellt. Die Tipps sind sicherlich nicht vollständig und sollen Ihnen lediglich als Grundorientierung dienen.

Allerdings weisen wir darauf hin, dass aus unseren Empfehlungen keine Garantie für den Platz "auf dem Treppchen" entsteht und schon gar keine rechtlichen Schritte gegen uns unternommen werden können. 

Das MUSS: Ihr Hund sollte gesund, wohlgenährt und gepflegt zur Ausstellung erscheinen. Aber das ist er ja das ganze Jahr – bei Ihrer tollen Pflege!

Denken Sie daran, folgende Dinge für Ihren Hund mitzunehmen:
- Wasser
-Trinknapf
- Decke
- Leine
- und eventuell ein paar Leckerli (bitte nicht während des Bewertens im Ring füttern!)

Und packen Sie eine ordentliche Portion Geduld ein. Hektik überträgt sich auf den Hund und dann läuft er nur noch halb so toll wie draußen auf der Wiese.

Was muss Ihr Hund können?

Um eine harmonische Präsentation Ihres Hundes im Vorführring zu erreichen, soll der Hund im Trab neben Ihnen laufen. Stimmen Sie Ihre Geschwindigkeit auf die des Hundes ab bzw. motivieren Sie Ihren Hund, wenn er nicht flott laufen möchte. Das geht am besten zuhause beim Üben mit Leckerli oder dem Lieblingsspielzeug. Vermeiden Sie wüste Galoppsprünge, auch wenn sie noch so lustig sind und halten Sie immer Abstand zu allen anderen Hunden.

Achten Sie darauf, dass der Hund innen läuft, der Richter also den Hund gut beobachten kann. Sie vergeben sich überhaupt nichts, wenn Sie den Richter darauf hinweisen, dass Sie das erste Mal ausstellen und er Ihnen sagen soll, wenn Sie etwas besser machen können.

Wenn Sie mit Ihrem Vierbeiner ein Dreieck laufen sollen, möchte der Richter das Laufwerk kontrollieren. Beim Schenkel rechts sieht er den Gang von hinten, bei dem Schenkel oben von der Seite und beim Zurückkehren auf dem linken Schenkel die Ansicht von vorne. 

Die Kontrolle des Gebisses und - bei Rüden - der Hoden muss dem Richter möglich sein. Beste Methode für die Gebisskontrolle:  (siehe Bildunten). 



Stimmen Sie Ihre Kleidung auf den Hund ab. Schwarzer Pudel vor schwarzem Kostüm kommt ganz schlecht zur Geltung!

Ihre Anmeldung

Sie müssen Ihren Hund spätestens zu dem in den Ausstellungsunterlagen ersichtlichen Meldeschluss beim Zuchtschauleiter angemeldet haben. Sollten Sie die Ausstellungsunterlagen der Schau nicht haben, können Sie auch den "Neutralen Meldeschein" des VDH benutzen oder den "Neutralen Meldeschein" Ihres Vereins.Wichtig ist, dass die notwendigen Daten deutlich lesbar aufgeführt sind.

In welcher Klasse melde ich meinen Hund?
Dies ist abhängig vom Alter Ihres Hundes. Sie ersehen die Alterseinteilung auch auf dem Meldeschein der CACIB Nürnberg.

Jüngstenklasse 6 – 9 Monate (Puppy-Class)
Jugendklasse 9 – 18 Monate (Youth Class)
Zwischenklasse 15 - 24 Monate (Intermediate Class)
Offene Klasse ab 15 Monate (Open Class)

Championklasse, ab 15 Monate mit Champion-Titel (Champion Class)

Veteranenklasse ab 8 Jahre (Veteranen Class)

 

Die Formwertnoten:

      Vorzüglich - für Hunde, die in hohem Masse dem Standard  

     entsprechen = excellent (v)

  • Sehr gut - für Hunde mit einigen kleineren Fehlern = very good (sg) 
  • Gut - für Hunde mit größeren Fehlern = good (g)
  • Genügend - für dem Rassetyp entsprechende Hunde, die wesentliche Mängel aufweisen = sufficient (gg)
  • Disqualifiziert - für nicht dem Rassetyp entsprechende Hunde, aggressive Hunde, Hunde mit bestimmten erblichen Fehlern und Hunde mit disqualifizierenden Merkmalen gemäß dem jeweiligen Rassestandard
  • Ohne Bewertung - für Hunde, die aufgrund ihres Verhaltens oder anderer Umstände nicht gerichtet werden können
  • In der Jüngstenklasse kann vergeben werden:

          vielversprechend = very promising (vv)
          versprechend = promising (v) oder (vsp)
          wenig versprechend = not promising (wv)



Was brauchen Sie sonst noch?

Bereits oben sind die dringlichen Sachen erwähnt. Jetzt müssen Sie für Ihr eigenes Wohlbefinden sorgen. 

Was sind Sie für ein Typ?
Sollten Sie humorlos sein, dürfen Sie jetzt keinesfalls weiterlesen!!!

Der Camper
braucht für sein persönliches Wohlbefinden die komplette Familie, Campinggarnitur und den Gaskocher. Kein Problem bei einer Open-Air-Veranstaltung. In der Halle ist das nicht ganz so glücklich, eine neue Bekanntschaft steht im Horoskop. Diesmal in Form des Bezirksbrandinspektors, der partout nicht einsehen will, dass nur frisch gekochtes Wasser den besten Tee gibt.
Dass der Platz in der Halle diese üppigen Ausdehnungen nicht zuläßt, sei hier nur am Rande erwähnt.

Die Kaffeekränzchen
gehen nicht zur Ausstellung, ohne mindestens ein Blech Kuchen und mehrere Kannen Kaffee vorbereitet zu haben. Diese Menschen neigen zur Perfektion. Vom Süßstoff bis zur Kaffeesahne fehlt hier nichts. Schön: Außenstehende kommen oft in den Genuss, dass sie auch etwas abbekommen. Denn großzügig sind die Kaffeekränzchen-Typen allemal.

Der Puritaner
geht auf die Ausstellung und hat gerade mal den Hund und seine Papiere dabei. Zu Essen gibt's vom Kiosk, der Hund schnorrt an allen Industrieständen. Wasser holt man sich im Vorbeilaufenbei den "Großen", da sind die Schüsseln so schön breit.
Beim Nachhausegehen schimpft er auf die unverschämten Preise für Essen und Trinken in der Halle und die verschleimten Wassernäpfe bei den Mastini.

Der Rationalist
hat einen Rucksack dabei, den er aufklappen kann zu einem Campingstuhl. In dem Rucksack sind die von Muttern geschmierten Stullen und der aufblasbare Trinknapf für Fiffi. Eine Flasche Wasser aus dem heimatlichen Wasserreservoir ist auch dabei, schließlich soll sich Fiffi ja nicht die Krätze holen. Für Papa gibt's eine Flasche Sprudel, aber still, wegen der Blähungen. Als Decke nimmt man das rustikale Lodenmäntelchen. Wer sagt, dass man zu Ausstellungen so viel Zeug braucht?

Der Zu-spät-gekommene
hat gar nichts dabei. Weder Papiere, noch Impfpass, noch Hund. Ist dann stinkend sauer, weil man ihn nicht mehr bewerten kann. Dumm gelaufen.

Der Nörgler
nimmt grundsätzlich einen Notizblock und die Adresse des VDH mit, um alle Missstände und Kritikpunkte sofort niederzuschreiben und sich zu beschweren.

Der Gewinner
kommt mit seinem Hund und einem großen Rollwagen. Er räumt alles ab, was er kriegen kann. Er ist an diesem Tag der am meisten fotografierte, der am öftesten interviewte – und der, den alle anderen hassen wie die Pest.

So jetzt wissen Sie das Notwendigste, alles andere kommt mit der Übung.

Wir, das Veranstaltungsteam der CACIB Nürnberg wünschen Ihnen viel Spaß und viel Erfolg. Sollte letzterer sich nicht im gewünschten Maß einstellen, vergessen Sie bitte eines nicht:

Ihr Hund ist der schönste, der beste und absolut einzigartig.



Nur noch ein kleiner Tipp von mir.
Sie brauchen noch einen Clip oder eine Sicherheitsnadel,
um Ihre Startnummer zu befestigen.

Hunderassen

Insgesamt sind von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) derzeit mehr als 340 Rassen anerkannt, diese werden in zehn unterschiedliche Gruppen unterteilt:

  • Gruppe 01: Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde)
  • Gruppe 02: Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde und andere Rassen
  • Gruppe 03: Terrier
  • Gruppe 04: Dachshunde
  • Gruppe 05: Spitze und Hunde vom Urtyp
  • Gruppe 06: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
  • Gruppe 07: Vorstehhunde
  • Gruppe 08: Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde - zum Beispiel Retriever
  • Gruppe 09: Gesellschafts- und Begleithunde, zum Beispiel Havaneser
  • Gruppe 10: Windhunde, zum Beispiel der Azawakh

 

Darüber hinaus gibt es Hundearten, die zwar nach dieser Definition nicht offiziell als Hunderasse anerkannt sind, die aber dennoch für viele Menschen ein Begriff sind.

 

Was ist die FCI?

Die FCI ist der größte Dachverband für die wissenschaftliche Lehre von Hunden. Sie legt in ihrem Statut fest, die Zucht und Verwendung von Rassehunden, sowie die Kynologie und das Wohlergehen der Hunde weltweit zu fördern.